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03.09.10

Neue Windkraft am alten Standort

„Repowering“ der ersten Anlagen im EWR-Netz

Unter dem Stichwort „Repowering“ haben Fred Jené aus Gundersheim und Jürgen Raquet, Heppenheim, ihre beiden Windkraftanlagen durch neue ersetzt. 1995 waren sie die ersten, die Energie aus Windkraft ins EWR-Netz eingespeist haben. In den zurückliegenden 15 Jahren hat jede Anlage – auf dem Kloppberg zwischen Gau-Heppenheim und Hochborn – im Jahresschnitt 380.000 Kilowattstunden erzeugt. Die neuen Windräder werden etwa das Fünffache an Energie erbringen. Die höhere Leistung am gleichen Standort ist Voraussetzung für den Repower-Zuschlag, also eine höhere Einspeisevergütung.

In den frühen 90ern kamen Jené und Raquet auf die Idee, auf dem Kloppberg Windkraft zu nutzen. EWR führte zu dieser Zeit dort Windmessungen durch, deren Daten die beiden nutzten. „Den Bauantrag haben wir 1994 eingereicht, 1995 wurde gebaut“, erzählt Raquet. 630.000 Mark kostete damals eine Anlage, für die neue mussten sie 1,1 Millionen Euro investieren.

Der Bebauungsplan begrenzte die Anlagenbauer auf die maximale Höhe von 100 Metern. „Aus diesem Grund konnten wir nicht mehr als eine 800 kW-Anlage errichten“, erklärt Jené. Der Strom, den die Windkraftanlagen erzeugen, wird an einer Übergabestation ins EWR-Netz eingespeist. Dafür erhalten die Betreiber die über das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) garantierte Einspeisevergütung von 9,11 Cent pro Kilowattstunde. Dazu kommen Repower- und Technologie-Zuschlag von je einem halben Cent – dafür, dass sie am alten Standort jetzt mehr erzeugen und außerdem eine für die Einspeisung unterstützende Technik eingebaut haben.

Mittlerweile stehen nicht nur auf dem Kloppberg, sondern in ganz Rheinhessen über 100 Windkraftanlagen, für die das Netz Schritt für Schritt ausgebaut werden muss. Rechnet man die Fotovoltaikanlagen hinzu, hat EWR schon über 4.000 sogenannte EEG-Anlagen an das Netz angeschlossen. „Mit dieser Erfahrung treiben wir seit Jahren den Ausbau unserer Netze voran. Intelligente Technik, die diese Energieflüsse steuern, werden dabei eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre sein“, sagt EWR Netz-Geschäftsführer Johannes Krämer.

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