Aktuelle Information zur Gas- und Strompreisbremse

Durch den Krieg in der Ukraine sind die Energiepreise in Deutschland in den letzten Monaten enorm gestiegen. Zum 1. Oktober sollte die Gas-Umlage, zur Unterstützung der Gas-Importeure, in Kraft treten. Diese wurde umgehend verworfen. Die aktuellste Entscheidung der Bundesregierung sieht vor, die Verbraucher zu entlasten: Hierzu wurde ein Entlastungspaket geschnürt - die Strom- und Gaspreisbremse. Bereits im Dezember greift die Soforthilfe für Gas- und (Fern-)Wärmekunden, dies wurde am 14.11.22 vom Bundesrat final beschlossen. Was Sie dazu wissen müssen und wie EWR diese umsetzt, erklären wir Ihnen auf den nächsten Seiten.

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Gaspreisbremse

Gas- und (Fern-)Wärmekunden sollen in einem zweistufigen Verfahren entlastet werden:

Soforthilfe im Dezember

Alle Gas- und (Fern-)Wärmekunden (Privatkunden, kleine und mittlere Unternehmen) werden vom Dezemberabschlag befreit.

Für Sie bedeutet das: Wir werden den im Dezember fälligen Abschlag nicht von Ihrem Konto abbuchen bzw. Sie müssen diesen nicht bezahlen. Da die Höhe des Abschlags jedoch von dem Betrag abweichen kann, den die Bundesregierung übernimmt, errechnen wir im Nachgang den exakten Erstattungsbetrag auf Basis der von der Bundesregierung vorgegebenen Berechnungsformel (siehe FAQ). Ergeben sich hier Differenzen, werden wir diese mit Ihrer Jahresendabrechnung verrechnen. Falls sie Ihren Dezemberabschlag doch zahlen, wird Ihnen der Entlastungsbetrag auf Ihr Kundenkonto gutgeschrieben und Sie erhalten ihn ebenfalls im Rahmen der Jahresendabrechnung, die den Dezember 2022 enthält.

Beispiel: Sie zahlen aktuell einen Abschlag von 75 € im Monat. Im Dezember müssen Sie diesen nicht bezahlen, die Bundesregierung übernimmt die Abschlagszahlung für Sie. Wir errechnen später Anhand der Formel der Bundesregierung [Link zu den FAQ], dass Ihnen beispielsweise eine Erstattung in Höhe von 70 € zusteht. Die Differenz von 5 € verrechnen wir mit Ihrer nächsten Jahresverbrauchsabrechnung.

Wann muss ich aktiv werden, um die Soforthilfe zu erhalten?

Gaspreisbremse

Die Expertenkommission der Bundesregierung hat Vorschläge für eine Gaspreisbremse ab März 2023 vorgelegt. Diese Vorschläge sehen eine Preisdeckelung von 12 Cent pro Kilowattstunde für einen Basisverbrauch von 80 % vor.

Die Gaspreisbremse ist vom Gesetzgeber noch nicht final verabschiedet, die Details der Umsetzung stehen also noch nicht genau fest. Sobald es hier neue Erkenntnisse gibt, werden wir Sie auf dieser Seite informieren.


Strompreisbremse

Die Expertenkommission hat ähnlich zur Gaspreisbremse auch Empfehlungen zur Umsetzung einer Strompreisbremse ab Januar 2023 abgegeben. Alle Stromkunden sollen für 80 % Ihres Verbrauchs nur noch maximal 40 Cent pro Kilowattstunde bezahlen.

Auch über die Strompreisbremse werden wir Sie hier informieren, sobald die Ausgestaltung vom Gesetzgeber final beschlossen wurde.


Energieverbrauch senken spart bares Geld

Eines ist klar: Ein hundertprozentiger Ausgleich der Belastungen wird angesichts der historischen Dimensionen, in denen wir uns mit Blick auf die Energie-Kosten bewegen, leider nicht möglich sein. Allein die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Gas zahlen müssen, haben sich gegenüber Anfang 2021 verzwölffacht. Wir werden uns also daran gewöhnen müssen, dass Strom und Wärme in den kommenden Jahren teuer bleiben wird.

Umso wichtiger ist es, sparsam mit Energie umzugehen. In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten, Energie einzusparen – zum Beispiel die Heizung herunterdrehen, wenn niemand zu Hause ist, Stoßlüften und beim Duschen auf Dauer und Temperatur achten. Zudem sollte jeder überlegen, ob es nicht auch ein oder zwei Grad weniger im Zimmer tun. Jedes Grad weniger heizen verbraucht sechs Prozent weniger Energie und Geld - denn jede eingesparte Kilowattstunde schont auch den eigenen Geldbeutel.

Weitere hilfreiche Energiespartipps finden Sie hier.


Fragen und Antworten zur Gas- und Strompreisbremse

Gas: Die Bundesregierung berechnet die Erstattung je Kunde mit folgender Formel: 1/12 des Jahresverbrauchs basierend auf der Jahresverbrauchsprognose von September 2022 x Arbeitspreis (gültig zum 01.12.2022) + Grundpreis des Monats Dezember 2022

Beispiel: Laut Prognose vom September 2022 haben Sie einen Jahresverbrauch von 18.000 kWh. 1/12 davon ergibt einen Verbrauch von 1.500 kWh. Multipliziert man dies mit einem Arbeitspreis von 22,40 ct/kWh (aktueller Arbeitspreis EWR Gas Grundversorgung) ergibt dies 336 €. Addiert man den Grundpreis von 13,26 €, kommt man auf einen Wert von 349,26 €.

(Fern-)Wärme: Hier wird die Höhe des Septemberabschlags plus 20 % zur Berechnung angesetzt. Über die 20 % sollen Preissteigerungen zwischen September und Dezember abgebildet werden.

  • Sofern Sie uns ein Lastschriftmandat gegeben haben, wir also automatisch Ihren Abschlag jeden Monat von Ihrem Konto abbuchen, müssen Sie nichts weiter tun. Für Dezember werden wir keinen Abschlag abbuchen.
  • Falls Sie Barzahler sind oder jeden Monat den Abschlag einzeln überweisen, müssen Sie dies im Dezember nicht tun.
  • Haben sie zur Zahlung einen Dauerauftrag bei ihrer Bank eingerichtet, können Sie diesen für Dezember aussetzen/pausieren.
  • Sind Sie Mieter, erhalten Sie die Entlastung über Ihre nächste Nebenkostenabrechnung.

Die aktuelle Gaspreiskrise führt zu teilweise enormen finanziellen Belastungen für Gas- und Wärmekunden.

Um die Haushalte und vor allem kleinere Gewerbekunde kurzfristig zu entlasten, hat sich die Bundesregierung für eine einfache und pragmatische Lösung entschieden: Gaskundinnen und Gaskunden erhalten im Monat Dezember 2022, spätestens im Januar 2023, eine staatliche Soforthilfe, die sich an den monatlichen Abschlägen orientiert. Die Höhe der Soforthilfe berücksichtigt auch mögliche Gaspreissteigerungen zum Jahresende.

Die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Gas zahlen müssen, sind in den vergangenen Monaten extrem stark gestiegen. Zeitweise erreichten die Preise für die Beschaffung von Gas nie zuvor gekannte Höhen. So haben sich die Beschaffungskosten für Gas gegenüber Anfang 2021 verzwölffacht.

Bereits im vergangenen Jahr lagen die Preise an den Energie-Börsen auf einem hohen Niveau. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat den Druck weiter erhöht. Der Krieg führt nicht nur zu großen Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten. Die von Russland im Zuge des Krieges eingestellten Gaslieferungen verknappen das Gasangebot. Das führt zu stark steigenden Preisen beim Gaseinkauf.

EWR ist es in den letzten zehn Jahren immer wieder gelungen, mit unserer vorausschauenden Beschaffungsstrategie Risiken zu minimieren. Erdgas wird von uns lange im Voraus beschafft. Dadurch wirken sich Turbulenzen an den Handelsbörsen nicht 1:1 auf Ihren Tarif aus, sondern werden über einen längeren Zeitraum geglättet. Dies führt einerseits dazu, dass wir fallende Preise nicht sofort weitergeben können, in der jetzigen Situation aber dämpft diese Strategie auch die stark gestiegenen Großhandelspreise. EWR kann die Preissteigerungen zwar nicht vollständig auffangen, aber der Preisanstieg fällt in unseren Tarifen deutlich geringer aus als die Preisspitzen an den Börsen.

Wir schreiben in diesem Fall den Betrag ihrem Kundenkonto gut und sie erhalten die Entlastung über die Jahresverbrauchsabrechnung.

Kunden ohne Abschlag im Dezember oder Januar erhalten den Soforthilfebetrag auf ihre nächste Jahresverbrauchsabrechnung gutgeschrieben.

Ja, auch größere Unternehmen und Einrichtungen (RLM-Kunden mit viertelstündiger Leistungsmessung) erhalten die Soforthilfe. Unabhängig vom Verbrauch werden zudem gezielt größere Verbraucher entlastet wie die Wohnungswirtschaft und beispielsweise Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Auch hier beträgt die Entlastung ein Zwölftel des individuellen Jahresverbrauchs der Monate November 2021 bis einschließlich Oktober 2022.

Unbedingt zu beachten: Diese Unternehmen bzw. Einrichtungen erhalten die Soforthilfe nicht automatisch. Sie müssen ihrem Gaslieferanten bis zum 31.12.2022 in Textform darlegen, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf Soforthilfe gemäß § 2 Abs. 1 Satz 4 EWSG vorliegen.

Diese Maßnahme kann seitens der Energieversorger aufgrund der aufwendigen technischen Umstellungen nicht kurzfristig umgesetzt werden. Es geht um ein komplexes System, in dem Millionen von Verbraucherinnen und Verbrauchern mit einer Vielzahl unterschiedlicher Tarifgestaltungen richtig abgerechnet werden müssen. Standardisierte Programme müssen bei hunderten Unternehmen komplett umprogrammiert werden. Dafür braucht es entsprechende Experten, die auch nur begrenzte Kapazitäten haben. Diese Umstellungen werden die Versorger vornehmen, benötigen für eine verlässliche Umsetzung allerdings Zeit bis März kommenden Jahres.

Nein, die Soforthilfe gilt nur für Gaskunden und Kunden mit einem Fernwärme- oder Contracting-Vertrag. Als Wärmestrom-Kunde profitieren Sie jedoch voraussichtlich von der Strompreisbremse ab Januar 2023.


Datenschutzhinweis

EWR verarbeitet folgende personenbezogene Daten des Kunden zum Zweck der Übermittelung an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bzw. den Beauftragten im Sinne des Gesetzes gemäß § 9 Abs. 5 Nr. 2 ESWG auf Grundlage des Art. 6 Abs. 1 lit. c DS-GVO: E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer, Postanschrift des Kunden, Angaben zum Vertragszeitraum sowie Abschlagszahlung des Kunden für September 2022.