Steigende Gaspreise - was kann ich tun?

Seit Beginn des Jahres steigen die Großhandelspreise an den Börsen sehr deutlich. Diese Verdopplung der Beschaffungspreise war nicht vorhersehbar und kann wirtschaftlich nicht aufgefangen werden, weshalb wir die Preise der Erdgasversorgung zum 1. Januar 2022 anpassen müssen.

Auch wenn wir auf die Beschaffungspreise und CO2 -Abgabe keinen Einfluss haben, sehen wir uns in der Pflicht, ein verlässlicher Partner für Sie zu sein. Deshalb wollen wir Ihnen mit folgenden Empfehlungen direkte Möglichkeiten aufzeigen, wie wir gemeinsam Ihre Energiekosten reduzieren können:

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Tipps für direkte Einsparungen von Energiekosten: 

Tipp 1

Tipp 1: Heizkörper regelmäßig (richtig) entlüften.

Wenn es in der Heizung gluckert, wird Energie verschwendet, daher regelmäßig entlüften:
Umwälzpumpe abstellen - 30 min warten - Thermostat (am Heizkörper) auf höchste Stufe stellen, Auffanggefäß unter Entlüftungsventil stellen, mit Vierkantschlüssel Ventil aufdrehen bis Luft entweicht - sobald Flüssigkeit austritt, Ventil schließen - Umwälzpumpe einschalten, Wasserdruck (Manometer-Anzeige im grünen Bereich) prüfen; ggfs. Wasser nachfüllen.

Tipp 2

Tipp 2: Fensterwärmeverluste minimieren.

Unabhängig vom jeweiligen Fenster-Typ gilt: Wenn es dunkel wird, am besten Rollläden runter und Vorhänge zu. Ansonsten lohnt ein kritischer Blick auf die Fenster selbst: Entsprechen diese dem aktuellen Energielabel A (früher: A +++), wird unter energetischen Gesichtspunkten das derzeitige Optimum erreicht!

Tipp 3

Tipp 3: Richtig lüften.

Dieser Tipp ist wirklich extrem wichtig: 2 x pro Tag Stoßlüften (Fenster für mehrere Minuten ganz öffnen) statt dauernd Fenster schräg stellen oder immer mal wieder kurz lüften, bringt ordentlich Frischluft – und spart viel Energie. Zudem wird dadurch die Schimmelgefahr reduziert.

Tipp 4

Tipp 4: Warmwasserverbrauch reduzieren.

Es gibt viele Methoden, um im Haushalt warmes Wasser (und damit Energie) zu sparen. Zum Beispiel mit Sparduschköpfen und Spar-Armaturen für die Waschbecken. Oder indem Wannenbäder durch Duschbäder ersetzt werden.

Tipp 5

Tipp 5: Raumtemperatur anpassen.

Vielfach ist zu lesen, dass eine um ein Grad niedrigere Raumtemperatur bis zu sechs Prozent Energie einsparen hilft. Tatsächlich ist es in jedem Fall sinnvoll, die Temperatur im Schlafzimmer auf 17/18 Grad zu begrenzen und ansonsten nur das Bad auf 22 oder 23 Grad zu erwärmen.

Tipp 6

Tipp 6: Intelligente Temperaturführungssysteme einsetzen.

Um die oben genannten Temperaturen „einzuhalten“ und vor allem auch um bei Abwesenheit die Temperatur zielgenau absenken und dadurch Energie sparen zu können, empfiehlt sich der Einsatz von intelligenten („smarten“) Thermostaten. Neueste Geräte können dabei sogar auf kurzfristige Veränderungen der online verknüpfbaren Wettervorhersage reagieren!

Tipp 7

Tipp 7: Heizungsrohre in unbeheizten Räumen dämmen.

Sehr viel Heizenergie geht - vor allem in älteren Gebäuden – auch dadurch verloren, dass die Warmwasserleitungen in unbeheizten Keller- und Technikräumen nicht ausreichend gedämmt sind. Bereits mit einfacher (professioneller) Dämmung dieser Rohre lässt sich hier viel bewegen.

Tipp 8

Tipp 8: Heizkörperleistung optimieren.

Viele Heizköper können ihr Heizpotenzial nicht optimal ausschöpfen, weil die Außenwand dahinter nicht optimal gedämmt ist (was unnötige Wärmeverluste verursacht) oder der Heizkörper durch Sessel oder Sofas verstellt ist (wodurch der Konvektionsstrom der warmen Luft gestört wird).

Tipp 9

Tipp 9: Fassaden-, Zwischenböden- und Dachdämmungen prüfen, ggfs. erneuern.

Ein besonders großes Dämm-Einsparpotenzial (im Verhältnis zu den Investitionen) bieten die Decke zu unbeheizten Dachgeschossräumen sowie die Decke zu unbeheizten Kellerräumen.

Tipp 10

Tipp 10: Tür- und Fensterdichtungen prüfen, ggfs. tauschen.

Oft unterschätzt, aber tatsächlich geht über fehlerhafte oder verschlissene Dichtungen überdurchschnittlich viel Wärme verloren.

Tipp 11

Tipp 11: Heiztechnik überprüfen, ggfs. erneuern.

Die Durchschnittsheizung in Deutschland ist 18 (!) Jahre alt. Viele davon nutzen weder Erdgas (das als umweltschonendster aller fossiler Energieträger gilt), noch kommt moderne Brennwerttechnik zum Einsatz. Darüber lassen sich sowohl der CO2-Ausstoß als auch die laufenden Kosten reduzieren!

Seit Beginn des Jahres steigen die Großhandelspreise an den Börsen sehr deutlich. Konkret haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Die Ursache für diese Entwicklung ist ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren: Insbesondere die weltweit gestiegene Nachfrage nach Erdgas, also auch von Rohstoffen als Vorprodukte, im Zuge der konjunkturellen Erholung nach der Corona-Pandemie, spielt hier eine entscheidende Rolle. Während es vor Corona ein zeitlich versetztes Wirtschaftswachstum in den unterschiedlichen Weltregionen gab, zieht die konjunkturelle Erholung nun weltweit nahezu gleichzeitig wieder an. Dies führt in allen Weltregionen auch zu einer erhöhten Nachfrage nach Erdgas und lässt die Preise international steigen. Zudem gab es in diesem Jahr witterungsbedingt eine erhöhte Nachfrage nach Gas. Es ist nicht auszuschließen, dass die Großhandelspreise sich weiterhin auf hohem Niveau bewegen. Trotzdem ist von einer preissenkenden Wirkung auf die Großhandelspreise auszugehen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen wieder entspannen.

Neben den Großhandelspreisen wirkt sich auch der von der Bundesregierung eingeführte jährlich steigende nationale CO2-Preis aus. Er wird wie geplant von 25 Euro in 2021 auf 30 Euro pro Tonne  CO2 in 2022 steigen. Die Bundesregierung möchte mit dem CO2-Preis Anreize für ein umweltschonendes Verhalten und klimafreundliche Investitionen setzen, bspw. in eine energiesparende Heizung mit Solarthermie. Mit diesen Einnahmen finanziert der Bund Maßnahmen, wie zum Beispiel Förderprogramme zur Gebäudesanierung, die direkt dem Klimaschutz zugutekommen.

Dies ist, neben weiteren Faktoren, ein Grund warum die EEG-Umlage in 2022 erheblich sinken wird.

Um unseren Kunden eine sichere Erdgasversorgung bieten zu können, legen wir großen Wert auf eine Erdgasbeschaffung, die einerseits Marktchancen erschließt und zugleich Risiken begrenzt. Als regionaler Energiedienstleister und Grundversorger sehen wir uns in der Pflicht, als sicherer und somit verlässlicher Partner zu agieren. Diese dynamische Kostenentwicklung einer Verdopplung der Beschaffungspreise war nicht vorhersehbar und kann wirtschaftlich nicht aufgefangen werden. Diese preissteigernden Komponenten müssen wir als Grundversorger in unserer Preiskalkulation berücksichtigen und daher die Preise der Erdgas Grundversorgung zum 1. Januar 2022 anpassen.

Grundsätzlich setzt sich der Gaspreis aus drei Bestandteilen zusammen:

1)      Steuern und Abgaben, inklusive CO2-Preis: Dies sind die staatlich veranlassten Preisbestandteile. Sie haben 2021 bei Einfamilienhäusern (EFH) einen Anteil von 33 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern (MFH) bei 35 Prozent am Gaspreis für Haushaltskunden.

2)      Regulierte Netzentgelte, inklusive Messung und Messstellenbetrieb: Die Kosten für die Netzinfrastruktur werden über die Netzentgelte auf die Netznutzer und damit die Letztverbraucher im jeweiligen Versorgungsgebiet verteilt. Die Regulierungsbehörden von Bund (Bundesnetzagentur) und Ländern stellen sicher, dass die Netzentgelte angemessen und diskriminierungsfrei sind. Ihr Anteil am durchschnittlichen Gaspreis für Haushaltskunden liegt 2021 bei Einfamilienhäusern (EFH) bei 26 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern (MFH) bei 24 Prozent. Neben den Netzentgelten werden auch Entgelte für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung erhoben. Die Entgelte für Messstellenbetrieb und Messung werden zu einem Entgelt (für Messstellenbetrieb) zusammengefasst.

3)      Beschaffung und Vertrieb: Dies sind die vom Gaslieferanten grundsätzlich zu beeinflussenden Preisbestandteile. Ihr durchschnittlicher Anteil am Gaspreis für Haushaltskunden liegt 2021 bei 41 Prozent.

Der durchschnittliche Erdgaspreis für Haushalte in Einfamilienhäusern (EFH) mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent gestiegen und liegt bei 6,22 ct/kWh (2020: 5,97 ct/kWh). Steuern, Abgaben und Umlagen sind stark angestiegen und betragen nun 2,03 ct/kWh (EFH) (2020: 1,53 ct/kWh). Grund dafür ist die Einführung des gesetzlich festgelegten CO2-Preises. Der Anteil von Steuern und Abgaben am Erdgaspreis für Haushalte beträgt damit 33 Prozent bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (EFH). Am Gasmarkt ist nach vielen Jahren mit moderaten und zuletzt (2020) niedrigen Gaspreisen nun im Großhandel eine starke entgegengesetzte Entwicklung zu beobachten. Mit einer Preisspitze von fast 80 EUR/ MWh Ende September 2021 ist temporär eine Verdrei- bis Vervierfachung des Marktpreises im Vergleich zum Jahresanfang zu verzeichnen.

Gas wird auch zukünftig ein sicherer Teil des Energiesystems und ein Energieträger sein, der als Partner der Erneuerbaren Energien zum Erreichen der Klimaziele beiträgt und dabei maßgeblich die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden erfüllt. Erdgas spielt im Wärmemarkt eine große Rolle und Gasheizungen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Im Neubau bietet Erdgas in Kombination mit Erneuerbaren Energien eine vergleichsweise kostengünstige Option der umweltschonenden Energieversorgung. Im Bestand wird jede zweite Wohnung mit Erdgas beheizt und ermöglicht so bezahlbare und komfortable Wärmeversorgung mit relativ geringen CO2-Emissionen. Da die Gebäudesanierungsrate in Deutschland sehr niedrig ist, wird die Dekarbonisierung im Gebäudesektor zu erheblichen Teilen durch die Umstellung auf CO2-ärmere Energieträger wie Gas vorangetrieben werden. Dazu trägt die CO2-Bepreisung bei. Mit klimaschonenden Gasen und der vorhandenen Infrastruktur wird die Gaswirtschaft den Wärmemarkt zunehmend grüner gestalten.

Eigentümerinnen und Eigentümer haben zum Beispiel die Möglichkeit, in effiziente und klimaschonende Heiztechnologien zu investieren. Wird die neue Heizung mit einer Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung ergänzt, erhöht sich die jährliche Einsparung der Verbrauchskosten. Zudem gibt es derzeit umfangreiche staatliche Förderungen als Investitionszuschuss für eine neue umweltschonende Heizung. Alternativ können die entsprechenden Investitionen steuerlich geltend gemacht werden. Auch als Mieterin oder Mieter haben Sie die Möglichkeit Kosten zu sparen, zum Beispiel über richtiges Lüften oder das Senken der Raumtemperatur. Schon die Reduktion von einem Grad Celsius verringert den Verbrauch um ganze 6 % und somit auch die Kosten. Auch die regelmäßige Wartung der Anlage kann die Effizienz der Anlage erhöhen.

Auch wenn wir auf die Beschaffungspreise und CO2 -Abgabe keinen Einfluss haben, sehen wir uns in der Pflicht, ein verlässlicher Partner für Sie zu sein. Deshalb wollen wir Ihnen mit folgenden Empfehlungen direkte Möglichkeiten aufzeigen, wie wir gemeinsam Ihre Energiekosten reduzieren können:

  • Wechseln Sie von der Grundversorgung in den günstigeren Herzgas-Tarif: Das 100 % zertifizierte Ökogasprodukt bietet Ihnen eine Planungssicherheit bis Ende 2022. Somit sind Sie vor schwankenden Preisen geschützt. 
  • Nutzen Sie unser Angebot einer Energieeffizienz-Beratung: Gemeinsam überprüfen unsere Experten für Sie, welche Möglichkeiten es gibt, Ihren Erdgasverbrauch sowie Ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren und so Kosten einzusparen. Informationen dazu haben wir für Sie unter ewr.de/rund-ums-haus zusammengetragen. Am besten, Sie vereinbaren unter Tel. 06241 848-600 einen individuellen Beratungstermin.
  • Zusätzlich haben wir Handlungsempfehlungen für Sie zusammengestellt, wie Sie kurzfristig sowie langfristig Energie einsparen können.

¹ Beispiel: Die Ersparnis ergibt sich für einen Jahresverbrauch von 18.000 kWh und dem Vergleich mit der Erdgas Grundversorgung für die PLZ 67547.

² Worauf bezieht sich die Preisgarantie des Herzgas?
Der Gaspreis setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. In der Preisgarantie enthalten sind die Beschaffungskosten, die am Markt starken Schwankungen unterworfen sind, die Vertriebs- und Verwaltungskosten, Netznutzungsentgelte, Preise für Messstellenbetrieb, Messdienstleistung, Bilanzierungsumlage und Konzessionsabgabe. Von der Garantie ausgenommen sind Änderungen der folgenden Preisbestandteile:
Energiesteuer, CO2-Preis und Umsatzsteuer. Sollten sich diese Preisbestandteile ändern, wird der Bruttopreis automatisch um die gleiche Höhe nach unten oder oben angepasst. Über eine eventuelle Änderung der Bruttopreise werden Sie dann jeweils mit der nächsten Rechnung informiert. Gleiches gilt für zusätzliche Steuern, Abgaben oder sonstige hoheitlich auferlegte Belastungen, die erst nach dem 1. Januar 2022 eingeführt werden.