Andreas bewegt - Immer im Einsatz

Autorenbild Kareen Kokert

Kareen Kokert

Ob im Job bei EWR oder im Ehrenamt bei der Feuerwehr – Andreas Kormannshaus packt an, wenn es darauf ankommt. Was ihn antreibt und wie er beide Welten verbindet.

3 min

07.07.2026

Glücklicher Feuerwehrmann mit Feuerwehrschlauch in der Hand.

Zwischen Einsatz und Verantwortung: Andreas Kormannshaus im Porträt

Wenn Andreas Kormannshaus im Einsatz ist, spürt er jede Bewegung. Die schwere Schutzkleidung, das gleichmäßige Atmen unter der Maske, die Hitze – für ihn ist das „die kleinste Sauna der Welt“. Und trotzdem ist für ihn klar: Genau hier gehört er hin. Seit seiner Kindheit engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Alzey. Damals faszinieren ihn Technik, große Fahrzeuge und das Abenteuer. Heute geht es ihm um etwas anderes: Verantwortung. Für die Region. Für die Menschen. Für ihre Sicherheit. Diese Haltung prägt auch seinen Berufsalltag. Als Projektingenieur bei EWR Netz gestaltet er Infrastruktur, die zuverlässig funktioniert – zum Beispiel bei der Entwicklung des Industriegebiets Alzey Ost, wo aktuell der neue Standort von Lilly Deutschland entsteht. Für Andreas gehört das zusammen: planen, vorsorgen, schützen.

Übung schafft Sicherheit

Einmal im Monat trainiert die gesamte Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Alzey gemeinsam. Jeder Handgriff muss sitzen. Denn im Ernstfall bleibt keine Zeit zum Überlegen – dann zählt Vertrauen und ein funktionierendes Zusammenspiel. Als Gruppenführer trägt Andreas dabei besondere Verantwortung. Sein Team orientiert sich an seinen Entscheidungen. Er gibt die Richtung vor, wenn schnelle und klare Ansagen gefragt sind. Die Bedingungen dafür haben sich deutlich verbessert. Der neue Standort in der Kreuznacher Straße bietet moderne Ausstattung und kurze Wege. Geräteprüfung, Technik und Werkstatt sind an einem Ort gebündelt. Funkgeräte, Atemschutz und Schläuche werden regelmäßig kontrolliert und gewartet. Auch der Landkreis nutzt den Standort für Fahrzeuge und Ausrüstung. Die Aufgaben der Feuerwehr gehen dabei weit über das Löschen von Bränden hinaus. Das Team hilft bei Unfällen, sichert Gefahrenstellen und schützt vor Umwelt- und Gefahrstoffen. Auch ein Abschnitt der Autobahn gehört zu ihrem Einsatzgebiet. Zusätzlich bereitet sich die Mannschaft auf besondere Szenarien vor – etwa einen Notfall in der Chlorgasanlage im Wartbergbad.

Zwei Aufgaben, ein Anspruch

Ein ständiger Begleiter von Andreas ist sein Funkmelder – der „Pieper“. Wenn er Alarm schlägt, zählt jede Minute. Dann ist Andreas unterwegs, egal ob im Ehrenamt oder im Bereitschaftsdienst bei EWR. Beides unter einen Hut zu bringen, fordert ihn. Der Bereitschaftsdienst für EWR hat Vorrang, dennoch versucht er, möglichst oft für die Feuerwehr da zu sein. Das bedeutet auch Verzicht – für ihn und seine Familie mit zwei kleinen Kindern. Besonders deutlich wurde das bei seinem Einsatz im Ahrtal nach der Flutkatastrophe. Über mehrere Tage hinweg unterstützte er mit seinem Team die Helfer vor Ort. Eine belastende Zeit – und gleichzeitig eine, die ihm in guter Erinnerung geblieben ist. Vor allem wegen des starken Zusammenhalts und des gemeinsamen Ziels, Menschen zu helfen .Genau das treibt ihn an: retten, löschen, schützen.

Vorsorge für morgen

Für Andreas endet Verantwortung nicht beim nächsten Einsatz. Ihm ist wichtig, Risiken früh zu erkennen und vorzubeugen. Gerade mit Blick auf längere Trockenperioden und steigende Temperaturen gewinnt das Thema Waldbrand an Bedeutung. Ein sensibles Gebiet ist zum Beispiel der Bürstädter Wald im Hessischen Ried, in dem sich ein Wasserwerk von EWR Netz befindet. Um im Ernstfall vorbereitet zu sein, hat Andreas gemeinsam mit den Feuerwehren aus Bürstadt, Lorsch und Lampertheim praxisnahe Schulungen organisiert. Weitere Maßnahmen sind bereits geplant. Genauso wichtig ist ihm der Nachwuchs. Denn ohne neue Mitglieder bleibt auch das beste Engagement nicht bestehen. Deshalb investieren Andreas und seine Kameraden viel Zeit in die Jugendarbeit. Sie besuchen Kindergärten und Schulen, erklären ihre Arbeit und machen sie erlebbar. Auch Veranstaltungen wie der Tag der offenen Tür stärken das Interesse. Andreas ist dafür das beste Beispiel: Aus früher Begeisterung ist über die Jahre eine klare Haltung geworden. Eine, die zeigt, wie wichtig Engagement für die Region ist – heute und in Zukunft.

Feuerwehrleute stehen fröhlich vor Gebäude
Feuerwehrmänner stehen in einer Feuerwache zusammen
Feuerwehrmann steht lachend vor Feuerwehrauto.

Wehr in Zahlen

Die Freiwillige Feuerwehr Alzey sorgt mit 99 aktiven Einsatzkräften für Sicherheit in der Stadt und ihren vier Stadtteilen. Im Jahr 2025 bewältigte die Wehr 299 Einsätze – vom Brand bis zur technischen Hilfeleistung. Dafür stehen 20 Einsatzfahrzeuge bereit.

Ein wichtiger Teil der Arbeit ist der Nachwuchs: Die Jugendfeuerwehr bildet junge Menschen ab 10 Jahren aus und führt sie Schritt für Schritt an den Einsatzdienst heran.Alle Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich und bilden sich regelmäßig weiter. So stellen sie sicher, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.

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