EWR-Zukunftsforum: Energiewende braucht Tempo bei Netzausbau und Investitionen

Kareen Kokert
Politik, Wissenschaft, Kommunen und Energiewirtschaft diskutieren in Worms über die Zukunft der Energieversorgung.

Worms, 28. August 2026 – Wie gelingt die Energiewende unter veränderten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen? Welche Entscheidungen müssen jetzt getroffen werden, damit Kommunen, Unternehmen und Bürger:innen auch künftig auf eine sichere und bezahlbare Energieversorgung zählen können? Antworten auf diese Fragen standen im Mittelpunkt des EWR-Zukunftsforums 2026 in Worms.
Rund 260 Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft folgten der Einladung von EWR und diskutierten über die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Energiesystem. Auf dem Podium standen der rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Energieminister Michael Ebling, Prof. Harald Christ, Vorsitzender des Investitions- und Innovationsbeirats beim Bundesministerium der Finanzen, Energieexperte Dr. Tim Meyer sowie EWR-Vorstandssprecher Stephan Wilhelm.
Im Fokus standen die politischen und finanziellen Leitplanken der Energiewende sowie die Frage, wie die zunehmende Elektrifizierung von Wirtschaft und Wärmeversorgung vor Ort umgesetzt werden kann.
„Die Energiewende braucht jetzt Verlässlichkeit. Kommunen und Unternehmen müssen heute Entscheidungen für Infrastruktur treffen, die über Jahrzehnte wirken. Dafür brauchen sie klare politische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“ Michael Ebling, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz
EWR-Vorstandssprecher Stephan Wilhelm betonte die zentrale Rolle der Kommunen bei der Umsetzung der Energiewende: „Die großen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Der enge Schulterschluss zwischen regionalen Energieversorgern und Kommunen ist der Schlüssel für eine starke und zukunftsfähige Region.“
Von der Strategie zur Umsetzung
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich: Die Energiewende ist längst keine Zukunftsaufgabe mehr. Der Ausbau der Netzinfrastruktur, neue Anforderungen an das Stromsystem und die Finanzierung der Transformation erfordern bereits heute konkrete Entscheidungen und Investitionen.
Prof. Harald Christ lenkte den Blick auf die wirtschaftlichen Chancen der Transformation:
„Die Energiewende ist nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern auch eine wirtschaftliche Chance. Entscheidend ist, Kapital schneller in Infrastruktur, Innovationen und neue Technologien zu lenken. Nur so gelingt die Transformation im erforderlichen Tempo.“
Dr. Tim Meyer ordnete die Entwicklungen aus systemischer Perspektive ein: „Weltweit stehen die Zeichen auf weitgehende Elektrifizierung, auch der Wärmeversorgung. Weil sie Kosten senkt, Resilienz steigert und dem Klimaschutz hilft.“
Energiewende zum Anfassen
Neben dem Hauptpodium bot das EWR-Zukunftsforum den Teilnehmenden in mehreren Fachforen die Möglichkeit, aktuelle Herausforderungen und konkrete Lösungsansätze vertieft zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen Themen wie kommunale Wärmeplanung, der Ausbau der Stromnetze, erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie die Auswirkungen der Energiewende auf Kommunen und Unternehmen.
In der begleitenden Ausstellung präsentierte EWR gemeinsam mit Partnern konkrete Projekte und Zukunftslösungen für die Region. Dazu gehörten die Energie- und Klimaplattform EWR One, die Kommunen und Unternehmen bei der Planung und Umsetzung ihrer Energieprojekte unterstützt, sowie die Beteiligung Climate Connection, die digitale Lösungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeitsmanagement entwickelt.
Ein Beispiel für die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis stellte die Kooperation mit der Hochschule und der Stadt Worms dar. Gemeinsam arbeiten EWR und die Hochschule an innovativen Ansätzen für die Energiezukunft und fördern den Wissenstransfer zwischen Forschung, Wirtschaft und Region. Wie neue Technologien bereits heute den Alltag in Städten und Gemeinden unterstützen können, zeigte der Bereich Smart City.
Besonderes Interesse weckte ein KI-gestützter humanoider Roboter, der veranschaulichte, wie Künstliche Intelligenz künftig Prozesse vereinfachen, Informationen bereitstellen und Menschen im Alltag unterstützen kann.
Die Fachforen und die Ausstellung machten deutlich, dass die Energiewende längst in der Umsetzung angekommen ist. Viele der vorgestellten Lösungen werden bereits heute in Kommunen und Unternehmen eingesetzt oder befinden sich in der konkreten Planung. Damit unterstrich EWR seinen Anspruch, die Transformation der Energieversorgung gemeinsam mit Städten, Gemeinden, Wirtschaft und Wissenschaft aktiv zu gestalten.
Entscheidend ist, was vor Ort passiert
Für EWR steht die Umsetzung der Energiewende in der Region im Mittelpunkt. Das Unternehmen investiert kontinuierlich in Netze, Infrastruktur und kommunale Partnerschaften, um Städte und Gemeinden bei den anstehenden Transformationsaufgaben zu unterstützen. EWR-Vorstand Dieter Lagois zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Die Energiewende ist längst auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit unserer Region. Sie gelingt nur, wenn Wirtschaft, Kommunen und starke Partner ihre Kräfte bündeln und gemeinsam in die Zukunft investieren.“
Das EWR-Zukunftsforum bringt regelmäßig Expert:innen, Entscheidungsträger:innen und kommunale Vertreter:innen zusammen, um aktuelle Entwicklungen einzuordnen und gemeinsam Lösungen für die Energiezukunft der Region zu entwickeln.
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