Naturschutz & Biodiversität – Wir gestalten lebendige Zukunftsräume

Anja Vogt
Unsere Region lebt von ihrer durch Wein- und Ackerbau geprägten Kulturlandschaft und einer reichen Artenvielfalt, die über viele Generationen gewachsen ist. Diese Landschaft ist mehr als ein schönes Bild – sie ist ein komplexes, fein vernetztes Ökosystem.

Pflanzen, Tiere, Böden und Klima greifen wie Zahnräder ineinander, stabilisieren sich gegenseitig und sorgen dafür, dass natürliche Prozesse funktionieren: Bestäubung, Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherung, Temperaturregulierung und natürliche Schädlingskontrolle.
Artenvielfalt ist damit eine Art unsichtbare Infrastruktur, die unsere sichtbare Infrastruktur stabil hält. Wenn diese biologische Basis geschwächt wird, steigen ökologische, wirtschaftliche und betriebliche Risiken – für Kommunen, die Region und für uns als EWR.
Warum ist das so? Ein Ökosystem erbringt Leistungen, auf die wir täglich angewiesen sind. Wenn Insekten weniger werden, bricht Bestäubung weg. Wenn Pflanzen und Bodenorganismen fehlen, verliert der Boden seine Struktur, trocknet schneller aus oder erodiert.
Und was hat das mit Infrastruktur zu tun? Als Infrastrukturdienstleister errichten wir Stromleitungen, unterhalten Umspannwerke, pflegen Wasserleitungen, nutzen Verkehrswege und benötigen Betriebsflächen – all das versorgt und verbindet unsere Region mit Strom, Gas, Wasser und schnellem Internet. Diese technische Infrastruktur steht immer in einem natürlichen Umfeld. Instabile Böden können Leitungen gefährden. Ausgetrocknete Vegetation erhöht Brandrisiken an Stationen. Extreme Hitze belastet Betriebsmittel. Wenn Vegetation nicht mehr stabil ist, steigt auch das Risiko für Windwurf, Schädlingsbefall oder Flächenbrände – gerade in heißen, trockenen Sommern wie bei uns in Rheinhessen.
Kurz gesagt: Ohne stabile Ökosysteme wird auch unsere technische Infrastruktur anfälliger. Deshalb gehört Biodiversität für uns zu einer verantwortungsvollen Daseinsvorsorge.
Mitglied im Bündnis für Biodiversität der Region Rheinhessen
Als Gründungsmitglied im Bündnis für Biodiversität der Region Rheinhessen stärken wir unsere Rolle als aktiver Partner in einer regionalen Gemeinschaft, die sich geschlossen für Artenvielfalt und den Schutz natürlicher Lebensräume einsetzt. Das Bündnis vernetzt Unternehmen, Kommunen, Verbände und wissenschaftliche Einrichtungen, bündelt Wissen und ermöglicht gemeinsame Biodiversitätsprojekte.
Für uns bedeutet das: intensiver Austausch, regionale Orientierung, Zugang zu Fachwissen und Best-Practice-Beispielen, gemeinsame Projektentwicklung und mehr Sichtbarkeit für unser Engagement. Gleichzeitig zeigt die Mitgliedschaft, dass Biodiversität Teil unserer Unternehmens-DNA ist – und ein Thema, zu dem wir langfristig Verantwortung übernehmen
Mehr Natur wagen – Biodiversität als Unternehmensaufgabe
Unter dem Motto der regionalen Naturschutzverbände „Mehr Natur wagen“ gestalten wir nach und nach immer mehr Betriebs- und Grünflächen naturnah um, fördern artenreiche Vegetation und setzen auf regionale, klimaresiliente Pflanzen, die an die Bedingungen in unserer Region angepasst sind. Dazu gehören Wildblumenflächen, blütenreiche Staudenmischungen, Heckenstrukturen, Totholzelemente und Rückzugsräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Jede Umgestaltung von Rasen zu Habitat erhöht die ökologische Qualität unserer Flächen und schafft neue Lebensräume.
Parallel entwickeln wir unsere Standards zur naturnahen Pflege weiter. Die Dokumentation dieser Flächen ist derzeit noch im Aufbau – auch weil wechselnde Teams und nicht durchgängig geschultes Personal die kontinuierliche Erfassung herausfordernd machen. Mit der Einführung des Umweltmanagementsystems EMAS bei der EWR Netz GmbH schaffen wir jedoch genau die Strukturen, die es braucht, um Pflegestandards, Verantwortlichkeiten und Verbesserungsprozesse künftig systematischer zu verankern. EMAS hilft uns, ökologische Leistungen messbar zu machen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Biodiversitätsmaßnahmen dauerhaft zu integrieren.
Gleichzeitig unterstützen wir die regionalen Naturschutzverbände bei ihren Projekten. Mit Hubsteigern helfen wir beim Anbringen und Reinigen von Brutkästen für Eulen, Falken oder Fledermäuse an unseren Gebäuden im gesamten Versorgungsgebiet, unterstützen die Beringung von Jungstörchen oder ermöglichen Einsätze an schwer erreichbaren Standorten. Auch unsere Leitungen und Anlagen machen wir fortlaufend vogelsicherer, indem wir Abweiser oder Schutzvorrichtungen installieren. Dennoch lassen sich einzelne Vogeltotfunde nicht vollständig verhindern. In solchen Fällen prüfen wir die betroffene Anlage vor Ort, dokumentieren den Vorfall genau und verbessern das System, wenn möglich, um weitere Kollisionen zu vermeiden.
Wir wissen: Wirksamkeit entsteht im Netzwerk. Deshalb arbeiten wir eng sowohl mit lokalen Naturschutzverbänden und -behörden, Landesforsten, Kommunen als auch mit spezialisierten Einrichtungen wie Vogelauffangstationen, Igelhilfen oder dem Verein Stadttauben zusammen und begleiten Projekte zur Renaturierung.
Auch außerhalb unserer eigenen Flächen übernehmen wir Verantwortung – beispielsweise durch die Unterstützung des Klimawaldes in Heppenheim, den Schutz der Herrnsheimer Klauern für eine Waldgeneration oder die Pflanzung von 5.000 Bäumen im Ober-Olmer Wald.
Durch diese Kombination aus eigener Flächenentwicklung, strukturiertem Umweltmanagement (EMAS), gemeinsamen Artenschutzprojekten und konkreten Verbesserungen an der Infrastruktur tragen wir dazu bei, Biodiversität in unserer Region sichtbar und messbar zu stärken – Schritt für Schritt und im engen Austausch mit unseren Partnern.
Unser Beitrag für eine resiliente Zukunft
Wir wollen Biodiversität sichtbar stärken, ökologische Wirkung erzeugen und ein resilientes Umfeld fördern – für Menschen, Natur und die Energieinfrastruktur.
Biodiversität ist für uns Verpflichtung und Chance zugleich: Sie schützt Natur, stärkt Netze, verbessert Lebensqualität und unterstützt unsere unternehmerische Zukunftsfähigkeit.
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