Störche am Strommast: Artenschutz und sichere Netze in Worms

Autorenbild Anja Vogt

Anja Vogt

Wenn Störche Strommasten als Nistplatz wählen, treffen Artenschutz und Energieversorgung direkt aufeinander. Ein aktuelles Beispiel aus Worms‑Horchheim zeigt, wie EWR Verantwortung übernimmt – für die Natur und für eine sichere, zuverlässige Stromversorgung in der Region.

1 min

17.04.2026

Storchennest auf einem Strommast in Horchheim.

Wie Energieversorgung und Artenschutz zusammenfinden

Für Störche, Greifvögel und andere Großvögel wirken Strommasten wie der perfekte Nistplatz. Genau das wurde aktuell auch in Worms‑Horchheim sichtbar: Zu Ostern hatte ein Storch begonnen, auf einem unserer Niederspannungsmasten ein Nest zu bauen. Was für viele ein schönes Naturschauspiel ist, stellt Netzbetreiber vor ein sensibles Spannungsfeld: Wie lassen sich Vogelschutz und eine sichere Stromversorgung miteinander vereinbaren?

Warum Vögel Strommasten lieben

Strommasten bieten Vögeln gleich mehrere Vorteile: freie Anflugschneisen, Schutz vor Bodenfeinden und eine gute Übersicht über mögliche Nahrungsflächen. Gerade Weißstörche nutzen diese Standorte zunehmend – auch deshalb, weil natürliche Brutplätze wie alte Bäume oder ungestörte Feuchtgebiete immer seltener werden.

Was für die Tiere attraktiv wirkt, kann jedoch schnell kritisch werden. Gelangen Nistmaterialien wie lange Äste in die Nähe stromführender Leitungen oder berühren die Tiere beim Flügelausbreiten mehrere Leiterseile gleichzeitig, droht für sie ein tödlicher Stromschlag. Zusätzlich wirken Kot und Urin der Vögel aggressiv, was die Sicherheit der Anlagen ebenfalls beeinträchtigen kann. Für Anwohnerinnen und Anwohner kann es dann zu Kurzschlüssen oder Stromausfällen kommen.

Der Fall Horchheim: genau hinschauen statt vorschnell handeln

In Horchheim hatte zu Ostern ein Storch begonnen, auf einem Strommast ein Nest zu errichten. Es sind häufig die männlichen Tiere, die durch den Nestbau ein passendes Weibchen anlocken. Klar war von Beginn an: Nistplätze sind gesetzlich geschützt. Sobald Eier im Nest liegen oder die Brut beginnt, dürfen diese grundsätzlich nicht mehr entfernt werden. Das Bundesnaturschutzrecht ist hier sehr eindeutig. Ziel ist dabei immer die beste und verantwortungsvollste Lösung für Tier und Mensch. Deshalb gilt für uns immer das gleiche Vorgehen: beobachten, bewerten, abstimmen. Ein wichtiger Baustein im Umgang mit Nestern ist das Angebot alternativer Nistmöglichkeiten. Spezielle Plattformen auf oder in sicherer Entfernung von Strommasten können helfen, Gefahren langfristig zu entschärfen, ohne die Tiere zu beeinträchtigen. Auch hier verlassen wir uns auf die Expertise der Naturschutzbehörden und ‑verbände, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten. Im konkreten Fall in Horchheim hat der Storch jedoch selbst einen geeigneteren Brutplatz gefunden und den Nestbau am Mast sehr schnell aufgegeben.

Warum das auch für Sie als Kundinnen und Kunden wichtig ist

Eine sichere Stromversorgung entsteht durch vorausschauende Planung, regelmäßige Kontrollen und verantwortungsvolle Entscheidungen – auch dann, wenn diese komplex sind. Gleichzeitig zeigt der Umgang mit Nistplätzen auf Strommasten: Naturschutz ist kein Gegensatz zur Energiewirtschaft, sondern ein fester Bestandteil moderner Daseinsvorsorge. Der Fall Horchheim steht stellvertretend für ein Thema, das nicht nur in Rheinhessen oder im hessischen Ried, sondern bundesweit an Bedeutung gewinnt.

Unser Fazit

Der Nistplatz in Horchheim zeigt, wie wichtig umsichtiges Handeln, Transparenz und enge Zusammenarbeit sind. Wo Störche sichere Alternativen finden und Stromnetze gleichzeitig geschützt werden, profitieren am Ende alle: die Natur, die Region und die Menschen, die sich jeden Tag auf eine zuverlässige Energieversorgung verlassen.

Haben Sie ein Storchennest auf einem Strommast in unserer Region entdeckt?

Dann helfen Sie uns gern mit einem Hinweis. Denn je früher wir informiert sind, desto besser lassen sich Vogelschutz und Versorgungssicherheit miteinander vereinbaren.

Bitte melden Sie entsprechende Beobachtungen per E Mail an nachhaltigkeit@ewr.de oder telefonisch 06241/848-1248.

Dazu passende Artikel

Titelbild Ein Mann steht im Naturschutzgebiet Konventstraße auf einer Leiter an einem Häuschen

Klima

Nachhaltigkeit

Titelbild Steinkauz auf einer Hand vor einem Brutkasten an einem Strommast im Feld

Nachhaltigkeit

Regionales

Titelbild Eine Frau sitzt in einem großen runden Turm und schaut nach oben zu einem grünen Baum

Anja Vogt

Der Tag des Baumes

Klima

Nachhaltigkeit

Uns können Sie vertrauen

Ökostromsiegel von TÜVSiegel ÖkogasTÜV Siegel Top Lokalversorger 2026Siegel Ausgezeichnete Servicequalität